Tim Miesen, „der Neue“ im Jugendraum Alftal

– 26.01.2011 – Bericht aus der Eifelzeitung

Bausendorf. Jugend ist faul, Jugend ist träge, Jugend ist passiv? Von wegen! Tim Miesen, „der Neue“ im Jugendraum Alftal, ist aus ganz anderem Holz. Wir wollten von ihm wissen, warum er sich für Gleichaltrige aus seiner Ecke engagiert. Lesen Sie hier, wie es ihm bei seiner Jugendarbeit so ergeht.

Warum engagierst Du Dich im Team Jugendraum Alftal?

Der Jugendraum Alftal besteht seit ca. 10 Jahren, ich bin also mit ihm „groß“ geworden und da es mir einfach Spaß macht, mit Jugendlichen zu arbeiten und es mir auch sehr wichtig erscheint, mit ihnen in Kontakt zu stehen um ihre Interessen zu kennen und zu unterstützen, engagiere ich mich seit mehreren Jahren.
Außerdem muss ich auch meine netten Team-Kollegen nennen, mit denen man viel Spaß hat und mit dem Jugendraum einen festen Anlaufpunkt, um sich zu treffen.
Ich denke auch, das es ein Verlust fürs Alftal wäre, wenn der Jugendraum nicht mehr bestehen würde, die Aktionen, die über das gesamte Jahr laufen, sind doch ein Gewinn für das Gemeinschaftsleben innerhalb der Gemeinden.

Warum hast Du dich für die Wahl zum Teamsprecher aufstellen lassen?

Ich habe in der letzten Zeit immer mehr Aufgaben innerhalb des Teams übernommen, und da ich diese zur vollen Zufriedenheit ausgeführt habe, bin ich dann gefragt worden, ob ich es machen will. Das hat mich geehrt und ich bin froh, dass so viel Vertrauen in mich gesteckt wird, obwohl ich einer der Jüngeren im Team bin. Allerdings muss ich auch sagen, dass es mich gereizt hat, den Posten zu übernehmen, da ich eigentlich immer an Ort und Stelle bin, wenn es irgendetwas gibt. Ich denke, das gehört auch zum Job eines Teamsprechers.

Worin siehst Du Deine Aufgabe?

Den „Sauhaufen“ beieinander halten, ne quatsch, Spaß bei Seite. Meine Aufgabe wird darin bestehen den Jugendraum zu vertreten bei Sitzungen oder ähnlichem innerhalb der Gemeinde, sowie der Ausarbeitung verschiedener Aktionen zusammen mit unserem Team und anderen Institutionen (Gemeinderat, Vereine, Pastoralreferent, etc.)
Und mein Wunsch ist es, wieder einen festen Tag in der Woche zu haben, an dem geöffnet ist und auch mal wieder richtig was los ist, allerdings ist das schwierig, aber dazu in den weiteren Punkten mehr.

Was ist „frustig“ an der Arbeit im Jugendraum?

„Frustig“ ist eigentlich rein gar nichts. Natürlich kommt es vor, dass Meinungsverschiedenheiten zwischen den Teammitgliedern, den Jugendlichen oder auch den Vereinen etc. bestehen, allerdings werden diese ausdiskutiert und man kommt doch zu einer Meinung, die alle vertreten können.
Aber ich denke, das kommt bei allen Einrichtungen vor, in denen demokratisch entschieden wird, daher ist das doch ein ganz normaler Prozess und nicht „frustig“

Was macht einfach nur Spaß bei Deiner ehrenamtlichen Tätigkeit?

Am meisten Spaß macht es, glückliche Gesichter zu sehen, egal ob die von Kindern, Jugendlichen oder den Eltern, die froh sind, eine solche Einrichtung nutzen zu können.

Auch alle positiven oder konstruktiven Kritiken sind ein Ansporn, man freut sich doch immer, wenn man gelobt wird. Diese Erfahrung hab ich besonders erlebt, als wir letztes Jahr unser Jugendevent im Alftal hatten. Dies war ein voller Erfolg und hat gezeigt, dass wir ein Konzept entwickelt hatten, das wirklich alle angesprochen hat, egal ob groß oder klein.

Ihr habt das Konzept geändert. Was hat sich verändert in den letzten Jahren?
Warum? Worin liegen die Chancen? Gibt es Unterstützung außerhalb des Teams?

Die Frage „Was hat sich in der letzten Jahren verändert“ haben wir uns in letzter Zeit mehr als einmal gestellt, haben zusammengesessen mit dem Team und unserm Begleiter in allen Fragen, Pastoralreferent Armin Surkus-Anzenhofer, und einfach darüber debattiert, was Kinder von heute alles zu machen haben, bevor sie sich die Zeit nehmen können, in den Jugendraum zu kommen.

Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass Kinder und Jugendliche einfach viel mehr eingespannt sind als früher,  egal ob Ganztagsschule, Hausaufgaben, Nachhilfe oder Aktivitäten in anderen Vereinen (Sportverein, Musikverein, Tanzgruppe, etc.). Das Angebot wird immer vielfältiger und die Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, immer geringer. Natürlich darf man nicht aus den Augen lassen, dass sich auch die Kommunikation zwischen Jugendlichen verändert hat. Vor
10 Jahren hatte noch nicht jeder Jugendliche ein Handy oder Zugang zum Internet, das hat sich im Laufe der Zeit geändert. Und natürlich wissen wir auch alle, dass Computer und Konsolenspiele doch einen sehr großen Reiz auf Jugendliche ausüben, und die werden überwiegend zu Hause gespielt.

Daher ist es schwierig, dass sich Jugendliche unter der Woche abends einfach mal treffen in unseren Räumlichkeiten, um zusammen zu kickern oder Billard zu spielen. Unsere Chancen liegen darin, durch gezielte Aktionen auf uns aufmerksam zu machen, und schon einmal die Grundsteine zu legen, um auch das nächste Jahrzehnt eine gute Jugendarbeit innerhalb des Alftals zu leisten.

Dazu sind auch in diesem Jahr viele Aktionen geplant: „Backen trifft Basteln“, „Kinoabend“, „Kickertunier“, „Sommerfreizeit“ mit dem Dekanat Wittlich, etc. Ich denke wir nutzen unsere Chancen, die uns bis jetzt gegeben sind, sehr gut, und werden auch weiterhin versuchen, alles für unsere Jugend im Alftal zu tun.

Unterstützt werden wir eigentlich von allen Seiten,  von der Gemeinde, von der Kirche und von den Vereinen, wir arbeiten Hand in Hand zusammen, bzw. die eine Hand wäscht die andere, es ist ein Geben und Nehmen. Doch wir sind als Jugendraum doch ganz besonders auf die Unterstützung der Jugendlichen und deren Eltern angewiesen, immerhin sind sie es, die wir begeistern wollen, und das können wir nur, wenn wir ihr Vertrauen haben.

Vielen Dank für das Gespräch.
– Artikel aus Eifelzeitung 4. KW 2011 –